11-11-366 Brot.Suppe.Genuss – und Schluss! {….Schluss?}

 gesund, frisch, gesundheit, objekt, zuneigung, liebe, love, essen, symbol, rot, vogelperspektive, weiss, bunt, teller, mahlzeit, ernaehrung, karotte, stillleben, heart, herz, herzform, zeichen, gemuese, genuss, herzhaft, vegetables, tasse, brot, liebesgruss, kräuter, petersilie, valentinstag, kross, mohrrübe, rübe, snack, vegetarisch, fleischlos, portion, vegetarian, leicht, loeffel, käse, deftig, hauptgericht, suppe, herzig, geröstet, espressotasse, soup, leibgericht, textfreiraum, wurzelgemüse, wuerzig, vorliebe, ausstechform, gemüsesuppe, valentinsgruss, servierteller, petersiliensuppe, kräutersuppe, fleischfrei, milchsuppe, kerbelsuppe

Soup au Lait © Liz Collet

“Was gibt’s heute?”
“Brotsuppe.”
“Mit was drin?”
“Brooooot. Suuuu-ppe.”

Es ist bei manchen immer ungefähr so schwierig mit dem Hören, Verstehen, Begreifen der Sprache, wie bei Butterbrot. Wenn es um Brotsuppe geht.

Vielleicht bin ich aber auch ein bisschen ungerecht.

Denn wenn auch der eine der beiden im Dialog oben natürlich was anderes meinte, was er noch drin erwartete, in einer Brotsuppe, nämlich Einlagen wie Fleisch, Würstl, Speck oder Fisch und andere Zutaten, ist eine Brotsuppe selten eben wirklich nur eine aus 2 Zutaten.

Wenn es in meiner Kindheit Brotsuppe gab, dann war das eine klare Brühe, in der geröstete Zwiebeln und ausgelassener Speck mit eigentlich knusprig in der Pfanne gebräunten, altbackenen Brotscheiben und Schnittlauch ausgelassenes Miteinander für eines der Rezepte von Hausfrauen abgaben, die mit dem Haushaltsgeld auch sparsam wirtschafteten und wirtschaften mussten und für die weggeworfene Lebensmittel gar nicht in den Sinn gekommen wären.

Wenn ich nicht schnell genug bei Tisch war, weichten die – daher: eigentlich – knusprigen Brotscheiben bereits in der Suppe auf. Das mochte ich gar nicht.

Als Studentin in meinem ersten Studentenzimmer in einem alten Haus auf der Insel am Oberen Wöhrd in Regensburg weichte keine knusprige Brotscheibe auf. Ich hatte in den ersten beiden Jahren nur diese eine kleine elektrische Kochplatte und brutzelte erst die Brotscheiben und manchmal etwas Speck dazu in der Pfanne knusprig, gab sie dann auf einen Teller und die Brotscheiben einzeln in die Suppe, wenn diese mit dem Speck und Schnittlauch oder Petersilie – im Suppenhaferl mit der Suppe, das nach der Pfanne ihre Arbeit auf der Herdplatte mit dem Kochen der Brühe erledigte – bereits im Teller war.

Und – ja, die Brühe war nicht immer aus frischen Gemüsen zubereitet, aus mancherlei Gründen, deretwegen man zu dieser Zeit eben den Suppenwürfel für die Brühe nahm. Kein eigener Kühlschrank (nur einer und ohne Gefrierfach, den man mit vier Herren der anderen Zimmer der Wohnung teilte und der im Badezimmer stand) ist einer der Gründe. Die Tageszeiten für’s Kochen rund um meinen “Stundenplan” an Uni, Nebenjob und Abendkursen neben der Uni u.a.m. waren weitere Gründe. Wer morgens um 7 aus dem Haus geht und abends selten vor halb 11 heimkehrt, hat seltener Gelegenheit zum Einkauf über den Wochenmarkt für Gemüse. Um Brühe daraus zu kochen.

Wenn Sie beim Lesen die Zwiebeln vermissten – ich nicht. Die in der Brotsuppe meiner Kindheit oft zu braun gerösteten Zwiebeln waren mir immer zu bitter. Ich könnte Ihnen eine Farbpalette an glasig hellen über cremigsandfarbenen bis mittelbraunen und hin zu dunkelbraunen und noch nicht verbrannten und doch für mich ungeniessbar empfundenen Braunschattierungen aufmalen für Bräunung von Zwiebeln. Und wo ich welche jeweils als gut, akzeptabel und geht gar nicht mehr kategorisiert hätte für verschiedene Rezepte. (Ja, ich bin zwiebelsensibel, jetzt haben Sie mich ertappt).

Und auch wenn ich sie heller gebräunt in die Suppe geben hätte können in meiner Studentenbude, pflegte ich dort Zwiebelsuppe und Brotsuppe aus gutem Grund nicht nur sprachlich zu unterscheiden. Und sie nicht zu kreuzen. Sondern jede für sich peu à peu zu raffinieren.

Mein zumindet zu allzu dunkelbraunen und bei anderen Brotsuppen-Köchinnen durchaus beliebten Zwiebeln eher unterkühltes kulinarisches Verhältnis bedurfte eigener und anderer Rezepte und Zubereitungen mit der eigentlich durchaus geschätzten Zutat, bevor ich ihr hin und wieder auch ein Gastspiel in Brotsuppen anbot.

Warum aber ist Brotsuppe, für die ich daher und seither mehrere Dutzend Rezeptvarianten habe, nicht einfach nur Brot und Suppe?
Selbst wenn man sie mit Brot und Wasser zubereitet, wird sie doch allemal mindestens Salz und Pfeffer und frische (oder eben getrocknete oder TK-) Kräuter als weitere Zutaten haben.

Minimum.

Und dann geht’s aufwärts.

Mit weiteren Zutaten.

Je nachdem, ob man klare oder gebundene Brotsuppen zubereitet.

Und je nachdem, was man grad zur Hand und im Vorrat hat. Gemüse für die Brühe und in derselben. Fleischbrühe. Wildbrühe. Geflügelbrühe. Dunkelbier. Helles Bier. Weizen. Milch. Rahm. Sauerrahm. Kräuter. Gewürze.

Und wir sind noch immer nicht bei der – zusätzlich – möglichen Vielzahl von Einlagen. Bei denen sogar das Brot selbst als Einlage in mehr als einem halben Dutzend Variationen möglich ist. Knusprige Brotwürfel, -stangerl oder -scheiben in der gebundenen Brotsuppe. Unterschiedlichstes helles bis ganz dunkles Brot, Brezen oder Semmeln oder Gewürz- und Kornsemmeln. In Butter gebräunte Brösel mit Kräutern oder Gewürzen als Topping auf der Suppe oder auf einem Klecks Sauerrahm oder Schmand auf der Suppe.

Und noch immer habe ich keine “Nicht-Brot-Einlage” in der Suppe. Wenn ich damit dann erst mal loslege…… brauchen Sie einen langen Notizzettel.

Wenn ich also bei der klaren Brotsuppe von den Minimum-Zutaten ausgehe, sind es Brühe, Brot, Speck, Schnittlauch (und die Brühe versteckt bereits mindestens Wasser, EINE Gemüsesorte, Salz und Pfeffer).
Und bei der gebundenen Brotsuppe Brot, Milch, Butter, Salz, Pfeffer, Kräuter. Bei ihr sind Sie von den Zutaten her betrachtet recht nah bei der Soupe au Lait. Bei der es das Brot allerdings ZUR Suppe geröstet und nicht in selbiger gibt. Ausser Sie legen die knusprigen Brotscheiben in selbige ein. Beim Essen. Zum Servieren. Oder frische Brotstücke. Wie mancher ja gern Brot eintunkt.

Oder….

Sie ahnen es. Ich habe noch einiges mehr zu Brot. Und Suppe. In Petto. Genug, um ein ganzes Buch damit füllen zu können. Und auf dem Herd. Heute auch. Welche heute, zeige ich Ihnen in einem anderen Beitrag. Nach dem Shooting zum Thema Brotsuppe. Die eben doch mehr als zwei Zutaten hat. Meistens. Auch wenn sie mit zweien bereits weit kommt. Wenn schon das Brot, ein gutes, dunkles, würziges vom Meisterbäcker Geschmack mit in die Milch und damit die Suppe bringt. Dass man fast sogar auf zusätzliches Salz verzichten könnte. Fast. Aber selbiges und ein Stich Butter und eine Prise Salz und bisserl….

Ich finde trotzdem “Brooo-ooot.Suuuuu-ppe” hat sooooo viel Charme.

Wenn es um Brotsuppe geht.

Um eigentlich schon alles zu sagen.

Was für Genuss reichen kann. Um sich reich zu fühlen.

About Liz Collet

Photographer, Author, Foodstylist, Jurist
This entry was posted in Basics & Accessoires and tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s